Lust auf Camping – Tipps für Einsteiger und Familien

In Zeiten von flexiblen Arbeitszeiten, Weltenbummlern und digitalen Nomaden wird auch das Campen immer beliebter. Im autarken Wohnmobil die nähere und fernere Umgebung zu entdecken, bedeutet heutzutage weniger Aufwand als vor Jahrzehnten – denn moderne und kompakte Campingbusse verbinden das Fahrgefühl eines PKWs mit den Möglichkeiten eines Wohnmobils. So fällt es auch Einsteigern leicht, das Camping-Lebensgefühl für sich zu entdecken.

Abbildung 1: Camping in der Natur - ein Traum für viele Interessierte. Doch wie kann man sich am besten darauf vorbereiten?

Der richtige Camper

Welches Wohnmobil den eigenen Ansprüchen gerecht wird, bestimmt nicht nur der Komfort der Ausstattung, sondern auch das Fahrverhalten und die Anzahl der Gurtplätze.

  • Campingbusse: Für Paare, kleinere Gruppen oder Familien mit ein bis zwei Kindern sind Campingbusse der flexiblen Einstieg ins mobile Urlaubsabenteuer. Fahrzeuge wie der VW T6 California oder der Mercedes-Benz Marco Polo basieren auf der Original-Karosserie des Kastenwagens und verfügen daher über ein angenehm wendiges Fahrverhalten. Schlafplätze entstehen hier durch den Umbau von Sitzbänken und in einem ausfahrbaren Zeltaufbau auf dem Dach des Fahrzeugs. Je nach gewählter Ausführung gehört auch eine Küchenzeile mit zwei Gasflammen und Kühlbox zur Ausstattung. Im Vergleich zu vollintegrierten Wohnmobilen zeichnen sich die Busse durch einen wesentlich geringeren Anschaffungspreis aus – das macht sie perfekt für Gelegenheitscamper, die das Fahrzeug ansonsten auch im Straßenverkehr nutzen möchten.
  • Wohnmobile: Hier wird nach Alkovenmobilen, teil- und vollintegrierten Mobilen unterschieden. Alkovenmobile zeichnen sich durch ihren vorgewölbten Schlafraum über der Fahrerkabine aus; lassen sich jedoch aufgrund des hohen Schwerpunkts in Kurven schlecht manövrieren. Zudem verbrauchen die meisten Alkovenmobile mehr Sprit als windschnittigere Modelle. Bei teilintegrierten Wohnmobilen ist die Fahrerkabine vom Wohnraum abgegrenzt, bei vollintegrierten sind beide Räume nahtlos verbunden. Dass die Fahrersitze zum Wohnraum hin drehbar sind, schafft eine großzügige Atmosphäre und Sitzmöglichkeiten für mehrere Personen. Zusätzlich zu den festen Betten verfügen die meisten meisten Modelle über Hubbetten, die sich tagsüber unter der Decke befinden und zum Schlafen abgesenkt werden. Größter Vorteil der Luxus-Wohnmobile sind die bis zu sieben Gurtplätze – egal, wie die Schlafstellen improvisiert werden, kann man bei der Verkehrssicherheit schließlich keine Kompromisse eingehen.

Wie viel PS muss ein Wohnmobil haben?

Wohnmobilmotoren sind meist Vierzylinder, die zwischen 100 bis 200 PS erzielen. Wer plant, bergiges Gelände zu erobern sollte daher schon einen Blick auf die Motorleistung werfen. Als Vergleichsgröße dient hier das Leistungsgewicht: Kommen 50 Kilogramm Gesamtgewicht auf ein PS, werden manche Bergstrecken bereits unbezwingbar. Mit 30 Kilogramm Gewicht pro PS reisen Campingurlauber dagegen zügig und ohne Probleme selbst bei steilem Gelände.

Was muss mit?

Die Bequemlichkeit eines Wohnmobils steht und fällt mit seiner Ausstattung. Das folgende Equipment sollte daher an Bord nicht fehlen:

  • Die Toilette: Während größere Wohnmobile über eine Nasszelle mit fester Toilette verfügen, müssen Besitzer eines Campingbusses auf eine tragbare Chemietoilette zurückgreifen. Diese kann während der Reise in einem Schrank in der Küchenzeile untergebracht werden.
  • Die Küche: Reisen sie im Wohnmobil mit Küchenzeile, müssen die Urlauber nur für einen ausreichenden Gasvorrat sorgen. Sicher fährt man mit einer zweiten Gasflasche (2,75kg Inhalt) in Reserve.
  • Die Outdoorküche: Wer in der Sparversion des Campingbusses ohne Küchenzeile unterwegs ist, braucht zumindest ein Kochgerät, das unter freiem Himmel betrieben werden kann. Gasgrills und Gaskocher sind dabei leicht zu bedienen, können jedoch in kälteren Jahreszeiten schwer zu entzünden sein. Nicht immer bekommt der Reisende Ersatz für die passende Gaskartusche am Urlaubsort. Benzinkocher bereiten selbst im Winter kein Problem bei der Befeuerung; geeigneten Ersatzbrennstoff erhalten selbst Weltenbummler in den entlegensten Gebieten.
  • Die Energieversorgung: Die Stromzufuhr auf Campingplätzen unterliegt einer europaweiten Norm, daher benötigen Reisende die passenden Stecker. Ideal ist eine Kabeltrommel mit blauem CEE-Stecker als Stromeingang und 3 Stromausgängen: 1X CEE, 2X 230V Schutzkontakt-Steckdosen. Die Ausrüstung sollte für die Verwendung im Außenbereich zertifiziert und spritzwassergeschützt sein.

Was ist sonst noch wichtig?

  • Auffahrkeil zum Geradestellen des Wohnmobils
  • Warndreieck
  • Verbandskasten
  • Feuerlöscher
  • Warnweste
  • Starthilfekabel
  • Batterieladegerät
  • 20-Liter-Ersatzkanister mit Einfüllstutzen
  • Wagenheber
  • Radkreuz
  • Werkzeugkoffer
  • Kanister und Schlauch für die Befüllung des Frischwassertanks
  • Frischwasserentkeimer
  • Unzerbrechliches Geschirr aus Melamin
  • Faltbare Schüsseln und Siebe
  • Schweizer Taschenmesser
  • Vorzelt
  • Hammer
  • Ersatzheringe
  • Kunststoffschuhe für öffentliche Duschen

Weitere wichtige Tipps für Campingeinsteiger

Beladen, Parken, Fahrzeuggewicht – technische und juristische Details sind für Campingurlauber ebenfalls von Bedeutung.

Wohnmobil beladen

Insbesondere schwere Gegenstände sollten im Wohnmobil möglichst weit unten, idealerweise über der Achse verstaut werden. Viele Campingbusse bieten hier einen „doppelten Boden“, in dem das Gepäck sicher mitfährt. Zerbrechliches Geschirr transportiert man am sichersten in Polstermaterial (Küchentücher) verpackt. Ob in Kurven eventuell Gegenstände aus offenen Regalen oder von Ablagen fallen können, sollte man vor der Abfahrt prüfen, um nicht auf der Straße erschreckt zu werden.

Wo dürfen Camper parken und übernachten?

In Deutschland darf ein Wohnmobil im öffentlichen Raum überall und ohne zeitliche Beschränkung geparkt werden; es sei denn, es ist ausdrücklich verboten. Auf Gewegen ist generell nur das Abstellen von Fahrzeugen mit 2,8 t Gsamtgewicht zulässig. Für das Wiederherstellen der Fahrtüchtigkeit dürfen Urlauber 10 Stunden lang in ihrem Wohnmobil nächtigen; dabei ist allerdings das Aufstellen von Stühlen oder Zelten im Freien nicht gestattet. Im europäischen Ausland sind die Regelungen zum Übernachten im Wohnmobil teilweise sehr unterschiedlich – wer sicher gehen will, steuert ausgewiesene Stellplätze und Campingplätze an.

Welchen Führerschein braucht man für ein Wohnmobil?

Glücklich können sich diejenigen schätzen, die ihren Führerschein vor der Reform im Jahre 1999 erworben haben. Mit dem grauen (ab 1982 rosa getönten) „Lappen“ dürfen Führerscheininhaber Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht führen. Alle späteren Normal-Führerscheine gestatten nur noch Fahrzeugtypen bis zu 3,5 Tonnen Gewicht. Viele ältere Wohnmobil-Modelle sind jedoch größer, so dass der Fahrer vor dem Urlaub unter Umständen einen LKW-Führerschein erwerben muss. Zudem sind bei schwereren Fahrzeugen anderer Verkehrsregeln zu beachten.

Abbildung 2: Die richtige Ausrüstung ist ebenfalls sehr wichtig beim Camping.

Fazit

Einfach losfahren und frei sein – das können Camping-Neulinge am besten in einem wendigen Camping-Bus. Damit der Urlaub nicht in Stress ausartet, sollten sich Urlauber trotz aller Spontanität vorab ein paar Gedanken um die passende Ausrüstung machen.


Bildquellen: Abbildung 1: @ egorshitikov (CC0-Lizenz) / pixabay.com; Abbildung 2: @ Pexels (CC0-Lizenz) / pixabay.com


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