Wer hat an der Uhr gedreht?

Euch ist auch schon aufgefallen, dass einige Uhren in letzter Zeit nachgehen und Ihr vielleicht sogar deswegen schon den Bus oder die Bahn verpasst habt, weil Ihr Eurem Radiowecker oder der Bahnhofsuhr vertraut habt? Was wir Euch verraten können: Es ist keiner Eurer Mitbewohner und auch kein Bahnmitarbeiter daran Schuld. Schuld daran ist die Energieknappheit in Europa.

Die Energieknappheit lässt Uhren nachgehen

Viele Radiowecker und stromnetzgespeiste Uhren etwa in Mikrowellen oder Backöfen orientieren sich am Stromnetz. Und das hat im Durchschnitt eine Frequenz von 50 Hertz. Das kann man sich wie folgt vorstellen: In jeder Sekunde gibt es 50 Schwingungen im Stromnetz. Wenn sich daran nichts ändert, dann gehen die Uhren auch richtig - mit kleinen Abweichungen um bis zu 20 Sekunden. Die bemerkt man meist aber nicht. Das sieht seit Januar aber in vielen Haushalten anders aus: Energieknappheit lässt viele Uhren nachgehen.

Zu wenig Leistung

Inzwischen gehen viele Uhren um mehrere Minuten nach. Das ist ein Indiz dafür, dass diese sogenannte Regelleistung zu gering ist und somit die Uhren nachgehen. Laut "heise online" liegt der Grund dafür im europäischen Stromnetz. Das bestätigt auch der europäische Verband der Übertragungsnetzbetreiber Entso-E auf seiner Webseite. Weiter heißt es, dass die fehlende Energieeinspeisung eines Lieferanten in das europäische Verbundnetz dafür verantwortlich sei.

Update am 8. März 2018: Die Stromnetzbetreiber haben nun bekannt gegeben, wer verantwortlich ist. Und zwar sind Konflikte zwischen Serbien und dem Kosovo für den Leistungsmangel im europäischen Stromnetz verantwortlich. Entso-E erklärte weiter, dass das Problem nun auf politischer Ebene gelöst werden muss, denn genau "diese politischen Uneinigkeiten zwischen Serbien und dem Kosovo" haben erst zu diesen Problemen geführt. Experten hätten beobachtet, dass Energie im Verbundnetz seit Wochen nur noch nach Serbien fließt und von dort kein Ausgleich erfolgt, so "heise online". 

Update am 9. März 2018: Der serbische Netzbetreiber Elektromreza Srbije gab nun Entwarnung. Seit dem 3. März halte das Kosovo die Standards wieder ein, hieß es in einer Erklärung. Die Uhren sollten also bald wieder die richtige Zeit anzeigen.

Hilft Zurückdrehen?

Das Zurückdrehen hilft nur für kurze Zeit und muss regelmäßig korrigiert werden. Aber Achtung: Das Verstellen bringt die Uhren spätestens dann durcheinander, wenn der Strom wieder reibungslos fließt. Dann nämlich könnte die Uhr im schlimmsten Fall bis zu sechs Minuten vorgehen. Wobei, wäre das tatsächlich so schlimm für alle, die immer zum Bus rennen müssen ;)? 


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