Kinder werden von Spiele-Apps ausspioniert

Eine weit verbreitete Software macht's möglich

Sie hören uns für Werbezwecke ab: Zahlreiche Apps, die eine spezielle Software nutzen, die das möglich macht. Grundsätzlich verboten ist das leider nicht, da der Zugriff auf unser Mikro in den Datenschutzrichtlinien der App-Anbieter angegeben wird und wir mit unserer Zustimmung den Unternehmen diesen Zugriff erlauben.

Was kaum einer bewusst weiß: Nicht jede App benötigt den Zugriff aufs Mikro, trotzdem sind viele Apps mit der sogannten Software "Alphonso" ausgestattet, die uns eben abhört, um uns später passende Werbung anzeigen zu können.

Diese Spiele-Apps sind betroffen

Das Brisante: Unten den Apps, die diese Software nutzen, finden sich auch zahlreiche Spiele-Apps für Kinder: Da wäre zum Beispiel das harmlose Shooter-Game "Honey Quest", die virtuelle Tisch-Tennis-Halle "Ping Pong Stars""Bunny Jump", "Real Bowling Strike 10 Pin" oder "Monster Car Stunt".

Was bedeutet das im Detail?

Was macht die Software "Alphonso" genau?

Die Software hat Zugriff auf Euer Smartphone-Mikrofon, und kann so feststellen, welches TV-Programm und welche Werbung Ihr gerade anschaut. Die gesammelten Informationen werden dann an Werbetreibende verkauft. In den sozialen Netzwerken werden Euch dann beispielsweise personalisierte Werbetafeln angezeigt.

Achtung: Das Ganze funktioniert auch wenn Ihr das Handy in der Hosentasche habt und die App gerade gar nicht geöffnet ist. Ein Hoffnungsschimmer: Die Entwickler versprechen allerdings, dass die Apps keine Gespräche von uns aufzeichnen.

Wie viele Apps hören mich mit dieser Software ab?

Laut dem Gründer und CEO von „Alphonso“ gibt es die Software bei rund 1.000 Apps - darunter finden sich eben auch Spiele-Apps. Es soll sich laut den Recherchen der New York Times um mehr als 250 Spiele-Apps allein im Google Play Store handeln.

Und was kann ich gegen die Spionage tun?

Ihr solltet auf jeden Fall - auch wenn es wirklich mühsam ist - die Nutzungsbedingungen lesen, oder einfach keine Apps installieren, die Zugriff auf Euer Mikro oder die Kamera haben wollen. Wenn Ihr da vorher nie drauf geachtet habt, keine Sorge: Ihr könnt in den Einstellungen Eures Smartphones beim Menüpunkt Apps den Zugriff aufs Mikro nachträglich verbieten. Ein Tipp: Recherchiert doch einfach mal Eure Spiele-Apps in Zusammenhang mit dem Begriff "Alphonso".

Ein letzter wichtiger Hinweis:

Nicht nur Smartphones sind davon betroffen, denn laut ihrer offiziellen Website setzt "Alphonso" die Technologie auf insgesamt 40 Millionen Geräten ein - darunter sind auch Smart-TVs, Konsolen, Tablets und Smartwatches.


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