Promi-Geburtstag vom 9. Februar 2018: Joe Pesci

  • 09.02.2018
  • Barbara Munker, dpa
Joe Pesci

Joe Pesci hat sich überreden lassen: Der Schauspieler tritt noch einmal vor die Kamera. Foto: Paul Buck

Los Angeles (dpa) - Es ist mehr als 20 Jahre her, dass Joe Pesci für Martin Scorsese in «Casino» (1995) vor die Kamera trat. Wie so oft in seiner Hollywood-Karriere spielte er einen Mafioso. Zuvor hatten der Star-Regisseur und der New Yorker Italoamerikaner schon «Good Fellas» und «Wie ein wilder Stier» gedreht.

Nun tun sie es wieder. Pesci, der heute 75 Jahre alt wird, trifft auf dem Set des Mafiathriller «The Irishman» auf alte Freunde. Auch Robert De Niro (74), Al Pacino (77) und Harvey Keitel (78) sind dabei.

Es ist die neunte Zusammenarbeit von Scorsese und De Niro, die vierte für Pesci. Er mimt den Mafia-Boss Russell Bufalino. De Niro verwandelt sich in den Auftragsmörder Frank 'The Irishman' Sheeran, dem nachgesagt wird, mehr als 25 Morde begangen zu haben. Im Auftrag der Mafia soll er 1975 den Gewerkschaftsboss Jimmy Hoffa (Al Pacino) getötet haben. Seit dem Herbst laufen die Dreharbeiten mit dem altbewährten Traum-Team. Die Fans müssen sich allerdings gedulden - der aufwendig produzierte Streifen soll erst 2019 in die Kinos kommen.

Pesci hat im Laufe seiner Karriere viele Angebote ausgeschlagen, doch die Überredungskünste von Scorsese und De Niro sollen den Hollywood-Gangster aus dem Ruhestand geholt haben. Zuletzt spielte Pesci 2010 an der Seite von Helen Mirren in «Love Ranch» einen Bordell-Besitzer. Es war Pescis erste größere Rolle seit «Lethal Weapon 4 - Zwei Profis räumen auf» (1998).

Scorsese und De Niro hatten Pesci schon 1980 zum Durchbruch in Hollywood verholfen. Damals hatte der nur 1,63 Meter große Darsteller bereits sein Filmdebüt mit dem Gangster-Streifen «Death Collector» (1976) gegeben, doch gute Angebote blieben danach aus. Pesci jobbte als Geschäftsführer des Restaurants «Amici's» in der Bronx als Scorsese ihn für die Rolle des Joey LaMotta in dem Boxer-Drama «Wie ein wilder Stier» (1980) anheuerte. Als jüngerer Bruder von De Niros Figur Jake LaMotta wurde Pesci prompt für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert.

Pesci musste allerdings noch zehn Jahre warten, bis er die begehrte Trophäe in den Händen hielt. In «Good Fellas» - wiederum an der Seite De Niros - verkörperte er den psychopathischen Mobster Tommy De Vito. Legendär ist sein minutenlanges Geplänkel mit einem Gangster, gespielt von Ray Liotta, das nach anfänglichen Lachern in eiskalte Bedrohung umschlägt. «Du amüsierst dich über mich? Komisch wie ein Clown? Wie zum Teufel bin ich komisch?», raunzt Pesci in die erstarrte Runde.

So gewalttätig und wortgewaltig vor der Kamera, so unbeholfen und sprachlos erwischte es Pesci dann auf der Oscar-Bühne. Seine Dankesrede bei der Verleihung ging als eine der kürzesten in die Geschichte der Oscars ein: «Es ist mir eine Ehre. Vielen Dank». Mehr brachte er nicht heraus. Später sagte er, er habe den Preis nie erwartet.

Dabei wurde er schon als Kind einer Arbeiterfamilie in Newark (New Jersey) darauf getrimmt, im Rampenlicht zu stehen. Er nahm Schauspiel-, Tanz- und Musikunterricht, stand schon früh auf der Bühne und war als Zehnjähriger in der TV-Sendung «Startime Kids» zu sehen. Er jobbte als Alleinunterhalter, Komiker und Sänger, brachte Platten heraus und trat in Nachtclubs auf.

Nach seinem Durchbruch im Filmgeschäft blieb der Oscar-Preisträger in Hollywood dennoch eine Randfigur - seine Erfolge hatte er in Nebenrollen: Als Verbrecher in Sergio Leones «Es war einmal in Amerika», als Geldwäscher Leo Getz in der Action-Trilogie «Lethal Weapon» (mit Mel Gibson und Danny Glover), als Verschwörer in Oliver Stones Doku-Drama «JFK - Tatort Dallas» und als Kleingauner Harry Lime in den «Kevin - Allein zu Haus»-Komödien. Eine seltene Komödien-Hauptrolle spielte er in «Mein Vetter Winnie» als frischgebackener Rechtsanwalt Vincent Gambini, der am Ende selbst im Gefängnis landet.

In einem seiner seltenen Interviews (zum Filmstart von «Mein Vetter Winnie») gab Pesci 1992 in der «New York Times» preis, dass er sich vermutlich eine andere Branche als das Showbusiness ausgesucht hätte, wäre er nicht von seinem Vater darauf getrimmt worden. «Ich hätte etwas Anderes im Leben gemacht. Etwas Ruhigeres, auf einem anderen Gebiet, wo es nicht so sehr auf meine Gefühle angekommen wäre.»

Die trägt er nun mit 75 Jahren noch einmal auf der großen Leinwand zur Schau. Als Mafioso in den 1970er Jahren, mit schwarzer Brille, die schütteren grauen Haare glatt zurückgekämmt - so sieht man Pesci in den ersten Fotos vom Drehort für «The Irishman». Der genaue Kinostart steht noch nicht fest, doch seit Mitte Januar gibt es schon ein Poster. Darauf zielt De Niro mit einer Pistole auf ein Opfer. Sein Name prangt an oberster Stelle, gefolgt von Al Pacino und Joe Pesci.



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