Gefahr durch Hantaviren in der Region: So schützt Ihr Euch


Das Hantavirus ist weltweit verbreitet und auch in Baden-Württemberg nicht unbekannt. In diesem Jahr liegt die Zahl der Infektionen in Baden-Württemberg aber deutlich über der des Vorjahres, Experten sprechen deshalb von einem "Hanta-Jahr". Wir haben Tipps zum Schutz für Euch.

Wetter begünstigt Infektionen

Bereits über 460 Fälle wurden in Baden-Württemberg seit Jahresbeginn erfasst. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 22 Fälle. So sieht das Landesgesundheitsamt bereits ein "Hanta-Jahr" heraufziehen. Das Virus wird durch Ausscheidungen von Nagetieren wie der Rötelmaus übertragen. Diese werden als Staubpartikel eingeatmet, die beispielsweise bei Arbeiten in Garagen oder Schuppen aufgewirbelt werden.

Risikogebiete im Land

Baden-Württemberg gilt als besonderes Risikogebiet. Die meisten Neuerkrankungen werden aktuell aus den Landkreisen Reutlingen, Tübingen, Böblingen, Göppingen und Heidenheim gemeldet. Experten führen den Anstieg auf ein hohes Vorkommen von Bucheckern im vergangenen Jahr zurück. Diese sind das Hauptnahrungsmittel der Rötelmaus, deren Population deshalb in diesem Jahr besonders groß ist. Zusätzlich erhöhen lange Trockenphasen das Risiko, da sich Staubpartikel über einen längeren Zeitraum hinweg ansammeln können.

Das sind die Symptome

Die Krankheit durch die in Mitteleuropa vorkommenden Hantavirus-Typen verläuft zunächst grippeähnlich, mit über drei bis vier Tage anhaltendem hohen Fieber (über 38 Grad Celsius) sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. In einer darauf folgenden Krankheitsphase können Blutdruckabfall und schließlich Nierenfunktionsstörungen bis zum akuten Nierenversagen auftreten. Bei etwa der Hälfte der Erkrankten ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Hantavirus soll man sich an einen Arzt oder das Gesundheitsamt wenden.

So schützt Ihr Euch

Aufgrund des Übertragungswegs sollte man besonders in extrem heißen und trockenen Wetterphasen Tätigkeiten vermeiden, bei denen man Nagerkot aufwirbeln und den Staub einatmen könnte. Dazu zählen beispielsweise Garten- oder Waldarbeiten oder das Umschichten von trockenem Holz. Auch das Aufräumen oder Fegen in Garagen, auf Dachböden oder in Kellern gilt als risikobehaftet. Wer diese Arbeiten ausführt, sollte Handschuhe und einen Mundschutz tragen. Das Robert Koch Institut hat ein Merkblatt zum Thema Hantavirus erstellt, wo alle Informationen zu Erreger und Schutz zusammengefasst sind.


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